Dreesch Schwerin

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Der Dreesch besteht aus den Stadtteilen Großer Dreesch, Neu Zippendorf, Mueßer Holz.

Ab 1971 erfuhr Schwerin durch die Errichtung des Industriegebiets »Schwerin-Süd« und die damit verbundene Stadterweiterung durch die drei Neubaugebiete Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz einen Entwicklungsschub. Die drei Stadtteile gehören zu den größten zusammenhängenden Neubaustadtteilen in industrieller Bauweise in Mecklenburg-Vorpommern. Sie befinden sich einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im Südosten der Stadt, zwischen Wald und See.

Seit der Wende werden die drei Stadtteile intensiv umgestaltet. Welche Projekte schon heute fertiggestellt sind und welche in Zukunft noch realisiert werden, können Sie hier später nachlesen.

Schweriner Fernsehturm wird zum Museum auf Zeit

Erinnerungen aus (fast) 50 Jahren Dreesch / Mitmachen erwünscht
Der Fernsehturm, ein Wahrzeichen Schwerins. Seit drei Jahren ist er schon geschlossen. Jetzt wird der Turm wieder geöffnet, wenn auch nur kurz. Vom 13. bis 20. Oktober für ein Museum auf Zeit.
Zu sehen ist eine Ausstellung über den „Dreesch“. Der Stadtteil, der immer dann auftaucht, wenn es um Worst-Case-Statistiken geht, um Arbeitslosigkeit und Kinderarmut, wird in zwei Jahren 50. Diese Ausstellung will das Jubiläum vorbereiten und die Menschen von hier vorstellen - und vor allen aktiv einbinden.
„Unser Museum ist eine Sammelstelle“, sagt Michael Kockot, der Initiator des Projekts. „Wir sammeln Erinnerungen. Die Menschen können alte Fotos von ihrer Platte mitbringen. Pläne von 1971, ein Stück Tapete, den ersten Mietvertrag.“ Es ist – eine Ausstellung zum Mitmachen.
Das Museum auf Zeit wird sich auf drei Ebenen befinden. Im ehemaligen Restaurant des Fernsehturms, werden Video-, Ton- und Fotostudios aufgebaut. „Hier kann jeder seine persönliche Dreesch-Geschichte erzählen und aufzeichnen lassen“, sagt Kockot. So entstehe ein Archiv für die Stadtgeschichte.
Mit dem Aufzug geht es auch hoch zur Sammelstelle. Im 12. Obergeschoss werden Fotos des ehemaligen SVZ-Fotografen Ernst Höhne zu sehen sein und geben einen Impuls zur Reflexion.
Geschichte ganz oben, für Besucher verbunden mit der Aussicht auf den Großen Dreesch. Für die Menschen, eine neue Perspektive!
Im Foyer wiederum werden die mitgebrachten Gegenstände in Glasvitrinen ausgestellt. Hier finden Vorträge statt, stellen sich Initiativen, Kirchen, Vereine vor, darunter die AG Museum, die Petrusgemeinde. „Der Fernsehturm soll ein Ort der Begegnung werden, ein lebendiger Ort für Kommunikation“, sagt Kockot, der beim NDR als Kameramann arbeitet und zahlreiche Filme gedreht hat. „Hier können sich die Menschen treffen, austauschen, vielleicht sogar Neues beginnen.“
Zum Programm zählen u.a. ein Philosophiekurs für Jugendliche und eine Nachbarschaftskonferenz.
Der Verein „die Platte lebt“ öffnet sein historisches Archiv. Die Helfer der Tafel berichten von ihrer Arbeit.
„Bei diesem Projekt geht es nicht um ein perfektes, fertiges Museum“, so Kockot. „Mitmachen ist angesagt. So wird es spannender. Und wir werden den Dreesch sicher vielschichtiger erleben, als er bislang wahrgenommen worden ist.“
Die Stadt Schwerin fördert die Ausstellung ebenso wie das Kulturministerium des Landes.
Kooperationspartner sind das Freilichtmuseum und die Galerie Dezernat5.
Die Ergebnisse des Projekts sollen 2020 in einer weiteren Ausstellung gezeigt werden. Zudem ist eine Film-Dokumentation geplant, über die Menschen vom Dreesch.
Die Ausstellung im Fernsehturm ist vom 13. bis 20. Oktober (14 bis 18 Uhr) geöffnet, außer
Mittwoch. Adresse: Hamburger Allee 72-74, 19063 Schwerin.
Kontakt: 0385-39461952 fernsehturm@posteo.de

Material aus 50 Jahren Dreesch dringend gesucht - Arbeitsgruppe bereitet Jubiläum der Grundsteinlegung vor

Der 11. November 1971 war ein wichtiges Datum für die Stadtentwicklung Schwerins. Es war der Tag der Grundsteinlegung für den Großen Dreesch, wie damals die drei Bauabschnitte zusammenfassend genannt wurden. Es begann der Bau von drei Schweriner Stadtteilen, in die bis 1990 fast 56.000 Menschen zogen und Schwerin zur Großstadt machten. Mehr als 20.000 Wohnungen entstanden in weniger als 20 Jahren. Zusammen mit den Arbeitsplätzen in Schwerin-Süd zogen sie Arbeitskräfte aus allen Teilen der DDR nach Schwerin. Viele von ihnen leben noch heute in der Stadt.
Auf diese immense Bedeutung für die Entwicklung Schwerins soll zum 50. Jahrestag der Grundsteinlegung hingewiesen werden. Es geht darum, die Entwicklung der heutigen Stadtteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz im Wandel der Jahrzehnte darzustellen. Sie als ein Stück Stadtgeschichte mit ihren unterschiedlichen Facetten erlebbar zu machen. Dies bedarf einer intensiven Vorbereitung. Bereits jetzt, ca. zwei Jahre vor dem Jubiläum, haben sich daher Interessierte erstmals zusammengefunden und Ideen entwickelt. Ein Ergebnis der Überlegungen ist, die fünf Themen: Schulen / Wohnen /  Berliner Platz / Fernsehturm mit Halle am Fernsehturm / Zuwanderung in die Platte als Schwerpunkt besonders ausführlich aufzuarbeiten. Dies ist nur möglich mit umfangreichen Informationen. Die AG sucht deshalb Material zu diesen fünf Themen und bittet um Unterstützung. Wer Bilder, Filme oder Dokumente zu diesen Themen hat, wird gebeten, diese bitte zur Verfügung stellen. Sie können im Stadtteilbüro Neu Zippendorf, Pankower Straße 1-3 oder im Stadtteilbüro Mueßer Holz, Campus am Turm, Hamburger Allee 124 (Tel. 0385 3260443) abgegeben werden. Originale werden dort auch kopiert.

Der Bauarbeiter vom Großen Dreesch soll „wiederbelebt“ werden

Die steinerne Statue stand einst vor dem Bauarbeiter-Café in der Friedrich-Engels-Straße. Einige Schweriner erzählen, dass sie von Vandalen zerstört worden ist. Andere sprechen von Verwitterung. Das Schicksal des Bauarbeiters ist ungeklärt – bis jetzt. Das Foto macht neugierig: Wer kann sich an die Skulptur erinnern? Wer kennt eine Geschichte dazu? Gibt es noch andere Bilder? Die Wohnungsgesellschaft Schwerin überlegt, die Statue „wiederzubeleben“, in neuer Form und aus anderem Material. „Der Bauarbeiter stand symbolisch fürs Viertel“, so WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig. „Für eine Neuauflage möchten wir mehr über den Mann mit dem prüfenden Blick erfahren.“ Hinweise, Geschichten und Bilder bitte an hauspost, Stadionstraße 1, 19061 Schwerin oder an redaktion@hauspost.de.

Wir von der Projektgruppe 50 Jahre Dreesch sind natürlich auch an solchen Materialien interressiert.

 

Wechselvolle Vergangenheit

Müsste man einen Stadtteil Schwerins benennen, der am besten die wechselvolle deutsche Geschichte widerspiegelt, der Dreesch wäre die erste Wahl. Anders als die in ihrem Zustand und Funktion fast gleichgebliebene Innenstadt, verinnerlicht das Gebiet im Süden Schwerins vor allem neuere und neueste Geschichte exemplarisch. Kaiserreich, National sozialismus und die DDR prägten den Dreesch.
Wenn Schweriner früher etwas erleben wollten, zogen sie in Scharen zum Dreesch und erfreuten sich vor allem an den Kriegsmanövern, die die großherzogliche Armee dort abzuhalten pflegte. Auf Grund des übersichtlichen Gelän des nutzte das Militär dieses Gebiet über ein Jahrhundert lang als Übungsplatz. Bereits 1813 tobten sich hier Soldaten aus, um anschließend in die Völkerschlacht gegen Napoleon zu ziehen. Ein Gemälde von Carl Schumacher, 1838 entstanden, zeigt eine typische Szene. Auf einer riesigen unbewachsenen Ebene - dem heutigen Gebiet zwischen Ludwigsluster Chaussee und Stauffenbergstraße - marschieren in Dreierlinien hunderte von Soldaten. Ebenfalls dabei: Kavallerie und Kanonen trupps. Ringsumher tollen Kinder, stehen Familien und sitzen „Allerhöchste Herr schaften“ in edlen Pferdekutschen, das Manöver beobachtend. Es ist überliefert, dass zu Beginn dieses Jahrhunderts selbst Kaiser Wilhelm II. einem Manöver auf dem Dreesch beiwohnte. Im Rahmen der militärischen Nutzung des Dreescher Landes entstanden relativ früh Armeebauten. So errichtete man am Ende des 18. Jahrhunderts unter anderem einen Pulverturm. Im Vergleich dazu waren die Kasernenanlagen an der Ludwigsluster Chaussee riesig. Bis vor wenigen Monaten dominierten die backsteinernen Bauten aus den 30iger Jahren, kurz vorm 2. Weltkrieg fertiggestellt, das Bild der Gegend. Sehr gut waren, bis zum Abriss der Häuser, an den Giebeln die Umrisse des Reichsadlers zu erkennen. Nach dem Krieg übernahm die Rote Armee die militärischen Anlagen - bis zur Wiedervereinigung. Zivil ging es auf dem Dreesch bis 1945 nur zweimal zu: Die Mecklenburgischen Landesausstellungen öffneten 1883 und 1911 auf dem Exerzierplatz ihre Tore. Aus allen Teilen des Landes kamen Industrie- und Landwirt schaftsunternehmen, um ihre Produkte und Waren vorzustellen. In extra errichteten Holzhäusern staunten die Schweriner und ihre Gäste nicht schlecht, was ihre heimische Industrie so alles fertigte. Ein Werbeflugblatt von 1911 nennt denn auch den Besuch der Ausstellung „eine nationale Pflicht eines jeden Mecklenburgers, auch der von Schwerin am weitesten entfernt wohnenden, sich von den Leistungen des heimischen Gewer bes zu überzeugen”. Zu den kurioseren Begebenheiten in der Geschichte des Großen Dreesches gehört sicherlich die Nutzung des Areals als Landeplatz für Zeppeline. Am 28. Oktober 1910 landete ein Luftschiff auf dem sogenannten Exerzierplatz. Und wie sollte es anders sein: Ganz Schwerin pilgerte an diesem Tag auf das Plateau. Eines der dunkelsten Kapitel des Dreesch ist die Zeit der NS-Diktatur. 1940 errichteten die Nationalsozialisten im Grünen Tal ein Kriegs gefangenenlager. Im „STALAG II E“, das ungefähr 2.500 Quadratmeter groß war, wurden vor allem Offiziere und Soldaten aus Frankreich, Belgien und der damaligen Sowjetunion interniert. Entgegen den Bestimmungen der Haager Kon vention setzten die Nazis die über 16.000 Gefangene in und um Schwerin zur Zwangsarbeit ein. Sie errichteten unter anderem Wasser- und Gasleitungen in Neumühle und in der Wossidlostraße. In den 60er Jahren machten die Behörden an der Stelle des ehemaligen Lagers einen grausigen Fund: Fast 500 Skelette wurden in einem Massengrab entdeckt. Heute erinnert ein Mahnmal am Grünen Tal an die schrecklichen Dinge, die sich ganz in der Nähe der Stadt Schwerin ereigneten. Die Toten sind am Platz der Opfer des Faschismus bestattet. Ihre Umbettung erfolgte im Rahmen der Entwicklung des Dreesch zum Wohngebiet. Durch die sprunghaft angestiegene Zahl der Ein wohner Schwerins war es Ende der 60er Jahre, Anfang der 70er Jahre nötig, die Stadt zu erweitern. Zudem hatte die Staats- und Parteiführung der DDR Großes mit dem ehemaligen Residenzstädtchen Schwerin vor. Sie sollte eine moderne sozialistische Industriestadt werden. Mit der Ansiedlung industrieller Großbetriebe stieg der Bedarf an Wohnungen für Arbeiter und Angestellte. Am 1. November 1971 begann die Mon tage der ersten Häuser, bereits im Februar des folgenden Jahres wurden sie übergeben. Viele Schweriner bewarben sich damals um die modernen Wohnungen. Gerade für sie ist die Ge schichte des Dreesches keine Geschichtsstunde aus dem Lehrbuch. Nach der politischen Wende 1989 brach für den Großen Dreesch eine neue Zeit an. War er zu DDR-Zeiten für seine soziologisch breitgefächerte Bevölkerungs struktur be kannt, zogen viele Familien, die es sich leisten konnten, weg und bauten sich ein Häuschen auf dem Land. Um diesen Trend zu stoppen, erarbeiten Wohnungsge sellschaften und Stadtplanungsamt Kon zeptionen, die den drei Wohn ge bieten ein neues Gesicht geben sollen. Dabei wird auch über Rückbau nachgedacht. Nicht benötigte Häuser werden abgerissen und machen so Platz für eine neue Gestaltung der Umgebung.  alex hauspost2000

 

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